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Dialekt


Es is scho a wälle her
Mundart- und Geschichtsbuch über das Leben in der ersten Hälfte des Jahrhunderts in Neuhütten im Spessart von Linus Kunkel

Linus Kunkel und Stefan Krimm, zwei Söhne der Gemeinde Neuhütten, haben bereits in der Vergangenheit beim Thema Geschichte und Sprache Ihrer Heimatgemeinde zusammengearbeitet und einiges für die Nachwelt zusammengetragen. Ein besonderes Werk stellt das im Jahre 2000 erschienene Mundart und Geschichtsbuch "Das is scho e wälle här ..." dar. Das Buch erschien im Selbstverlag der Gemeinde Neuhütten beinhaltet Geschichten und mundartliches aus Neuhütten im Spessart.

"Dås is scho e wälle här", von Linus Kunkel und Stefan KrimmDas Buch ist zu großem Teil im Neuhütter Dialekt geschrieben und dokumentiert so in guter Weise die Sprache der einheimischen Bevölkerung. Eine Auswahl der Geschichten ist vom Autor auf einer beigelegten CD vorgelesen. Zahlreiche Fotografien illustrieren die Geschichten. Aufgebaut ist es aus lebendig erzählten Geschichten die den Jahreskreis, das Leben im dörflichen Alltag, geschichtliches, Leute und örtlichkeiten im ländlichen Spessart prägten. Abgeschlossen wird es durch eine Sammlung von Wörtern, Redensarten und Sprichwörtern wie sie nur in Neuhütten oder im Spessart vorkommen.
Die Geschichten schildern das Leben der bäuerlichen Bevölkerung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so wie sie Linus Kunkel, geb. 1932, in seiner Kindheit selbst erlebt oder aus Erzählungen kennen gelernt hat. Es dokumentiert Sprache und Ausdrücke dieser Zeit, wie sie in naher Zukunft wahrscheinlich nicht mehr gebräuchlich und bekannt sein werden. Die Bürger danken den Autoren, für die Spurensicherung die sie mit dem Buch betrieben haben. Die erste Auflage ist leider vergriffen.

Hier eine kurze Geschichte aus dem Inhalt:


En de Schull
Wie mir neu die Schull komme seu, dås wår em April neinzehrhonnerdnaiondreußich, do hots e klee Schull un e gross Schull gäwe.

En de klee Schuh, do wår die erschte Klass - zu därre hot mer a die "ABC-Schütze" gesaat - bis zu de viert Klass. un die gross Schuh, dås wårn die em ånnem Såål newe droo, dåss wårn die föffde bis zu de åhte Klass.

Die Erschtklässer hadde en Ziewerstee met eme Hoolzrohme ause-römm. O de ee Seude wår e Looch neugebohrt, do is de Labbe un de Schwåmm droo gehenkt worn. Der Ziewerstee wår off de eh Seude schwåårz, un off de ånnen Seude wårn Zeule eugeritzt. Die Erscht- un Zwaddklässer hadde en ihrm Greffelkaste zwee weiche Greffel, wu Hoolz auserömm wåår, wie ba eme Bleustift. Die ånnen hadde scho hårde Greffel aus Schieferstee. met därre is uff die Doofel gerächelt, un uff die ånner Seude geschriewe worn. Wånn me do äbbes vekoert geschriewe hatt, hot me dås emmer met Speitz ausgewöscht. Dås hot mer nadürlich nit gesöllt, äwer mir hon dås doch emmer widder ge­-mårt. Euchentlich is die Doofel met dem nåsse Schwåmm sauwer ge-mårt un met dem Labbe drogge geriewe worn. Ba de Hausaufgab hot me ba de Doofel so uffbasse müsse, dass dås geschriewene un dås Ge-rechelde niet vewöscht is. Do hadde niet ålle Kenn en Bücherrånze, wu dås Schullzaich neu komme is.

Die Schullbenk wårn so eng un do hot mer vorn die Seude, wu de Diisch wår, uffklabbe könne. Vorn rüwer wårn so Eusestånge, wu mer die Bücher wiidergeståålt hot. 0ff de ee Seude hon die Buwe gesässe, un off de ånnern die Maddchen.

Dås is åwer niet emmer grååd so uffgånge, un do hon a månchmol Buwe henne de Maddchen gesässe. Die Madchen hadde, ee wie die ånner, en Laispååd en de Mett gekemmt un ba de grosse Maddchen honn zwee långe Zöpf henne nåå gehångt. Wånn do e Maddche vom Schullehrer uffgeruffe is worn, un die Buwe hadde die Zöpf o die Eu­-sestånge gebonne, do hots natürlich mem Stägge sechs uff die Henn gäwe. Deen maicht ich gekenne, wu met denne geschwollene Henn o dem Dååch nochemol schö schreuwe hot könne. Un wånn er niet schö geschriewe hatt, nodder hotsere hålt nochemol gäwe.


"Dås is scho e wälle här", S.47 Linus Kunkel und Stefan Krimm



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