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Zurück in das Mittelalter


Altes Handwerk, Bräuche und Ausgrabungsfunde locken Besucher nach Partenstein

Partenstein. Hübsche Burgfräuleins, Ritter, Knechte und Pfaffen bevölkerten am Wochenende mit ihrem Ritterlager den Partensteiner Schlossberg. Das Areal um die Ruine der Burg "Bartenstein" und den Ausgrabungen entwickelte sich über den Dächern des "niederen Volkes" zu einem echten Mittelalterspektakel.

Das dritte Partensteiner Burgfest des Geschichts- und Fördervereins "Burg Bartenstein" erwies sich erneut zu einem Publikumsmagneten.

Schaukämpfe und Gottesdienst

Schon am Samstagabend war der neu hergerichtete Festplatz vor der Burgmauer gut besucht. Die Partensteiner Musikanten unterhielten die Gäste aus nah und fern mit Unterhaltungsmusik. Am Sonntag bewegte sich die Kapelle durch alle Stilrichtungen von reiner Blasmusik bis zu Musik aus der Renaissance. Partensteins Ritter Christian Büdel aus Frammersbach und sein Gefolge demonstrierten bereits am Abend das mittelalterliche Leben in ihrem Lager und bei Schaukämpfen. Die hochmittelalterliche Burgmannschaft "Milites Teutonici" residierte auf dem Burgplateau.

Zur Tradition geworden ist es, das Burgfest am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst zu beginnen. Dieser wurde mit den beiden Pfarrern Michael Nachtrab und Bernhard Albert gefeiert. Offiziell eröffnet wurde das Fest dann mit der Begrüßungsrede und dem Bieranstich durch den Schultheiß von Partenstein und Beauftragten des Grafen von Rieneck, Bürgermeister Heinz Steigerwald. Stimmungsvoll ließen es dazu die Böllerschützen aus Partenstein und Lohrhaupten, sowie die Kanoniere aus Zellingen von der Burg herab krachen.

Wer hätte gedacht, dass ausgehend von dem durch Reinhold Scherg vor vier Jahren entdeckten alten Dachziegel der ehemaligen Burg Bartensteins sich eine im Spessart einmalige historische Fundgrube entwickeln würde. Selbstverständlich waren in Schaukästen einmalige historische Gegenstände ausgestellt. Zwar ist deren Anzahl mit zunehmenden Fortschritt der Arbeiten zurückgegangen, dafür sind die jüngsten Funde von umso größerer Bedeutung, wie zum Beispiel der Fuß eines "Schnapshundes", eine Flöte aus gedrechselten Knochen, ein Astrolabium (Sternebeobachtungsgerät), ein Spiegel aus Metall sowie ein wunderbares Knochenfigürchen.

Für Kinder und Kämpfer

Auch wurde ein Geheimgang entdeckt, dessen Zugang freigelegt wurde. Der Gang liegt tiefer als das ursprüngliche Fundament und führte offensichtlich in die frühere Burgkapelle. Der Projektleiter der Ausgrabungen, der Archäologe unternahm während des Festes Führungen mit einem interessierten Publikum durch die Ausgrabungsstätte. Bewundert werden konnte auch das von Reinhold Scherg und seinen Freunden nachgebaute Burgmodell.

Neben den ausgegrabenen Mauern und Gegenständen wurde den Gästen auf zwei Arealen die Zeit des Mittelalters und Frühmittelalters vor Augen geführt. Auf dem Vorplateau (Johannisfeuerplatz) wurde erstmals ein gut besuchter Mittelaltermarkt installiert. Dort fanden sich ein Händlerlager, ein Fechtplatz mit Bogenschießstand.

Auch für die Kinder gab es dort genügend Beschäftigungsmöglichkeiten wie das Erproben an einer Kletterwand.

Wein und Bier

Auf dem Festplatz präsentierte sich wieder die Initiative »Ahler Kram« mit der Klöppel- und Strickgruppe, einem Steinmetz und einem Schmied sowie Holger Breitenbach, der in seiner Schreibstube eine Zeitreise durch die Geschichte Partensteins präsentierte.

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Am Sonntag bildeten sich um die Mittagszeit lange Schlangen vor den Essensständen, in denen neben der üblichen Festverpflegung auch wieder Wildschweingulasch, Flammkuchen und den beliebten Ritterbraten gab. Das Bier reichte dieses Mal.

Auf dem Partensteiner Schlossberg wird auch Wein angebaut. Der Partensteiner Ludwig Mehrlich kam auf die Idee, auf historischen belegten Flächen Rebstöcke anzupflanzen. Inzwischen wurden die ersten Jahrgänge "Partensteiner Schlossberg", ein Rotwein aus der Rebe "Regent" geerntet.

Die wenigen privilegierten Vorkoster waren voll des Lobes über das köstliche Tröpfchen. Der Schultheiß (Bürgermeister Heinz Steigerwald) überreichte Mehrlich die entsprechende Erlaubnisurkunde für den Weinanbau.

Horst Born



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