Fotovorschau und Logo ausblenden
Quick-Navigator:
Startseite & Aktuelles

Sie sind hier: Startseite » Es Fåseltsråd doobe de Höh 

Es Fåseltsråd doobe de Höh


Das Faseltsrad (sprich "Fåseltsråd")

Das Faseltsrad ist ein Brauchtum, das in Neuhütten bis heute gepflegt wird und bis in die heidnische Vorzeit zurückgeht. Zu dieser Zeit, als der Aberglaube noch groß geschrieben wurde, glaubten die Bewohner des Dorfes noch an die bösen Geister, Hexen und Dämonen. Diese wüteten in den Wintermonaten in den Tiefen des Spessarts.
Um aber im kommenden Jahr eine ertragreiche Ernte einbringen zu können, brachten die Leute dem Gott Donar ein Opfer, daß dieser die Geister vertreibe und die Fluren von allem Unheil verschont würden.
"Denn wo der Schein des Feuers hinfällt, bleiben die Felder vor den bösen Geistern verschont!" So hieß eine alte Weisheit. Und mit modernen Worten ausgedrückt, machte auch damals Not schon erfinderisch. Man hatte also eine Idee!
Die Leute trugen Ihr wertvolles Stroh im Dorf mit den Worten: "Stroh raus, es långt no nied!" zusammen. Da jeder Halm für das eigene Vieh im Stall notwendig war, war dies ein großes Opfer der damals sehr armen Spessartbauern.

Man karrte dies auf einen Berg, wickelte es um ein Wagenrad mit einer Stange an jeder Seite und nach Einbruch der Dunkelheit rollte man es brennend, von vielen Männern geführt den Berg hinunter. Der Schein des Feuers war nun vom ganzen Dorf und den umliegenden Feldern zu sehen, und somit die Dämonen vertrieben.
Das Faseltsrad war entstanden.

Einmal wurde dieser schnell zum Brauchtum gewordene Akt nicht durchgeführt. In diesem Jahr verwüsteten gewaltige Unwetter die Felder und die verlorene Ernte brachte alle Dorfbewohner in Not. So erzählt zumindest eine alte Überlieferung, von der das Jahr jedoch nicht festgehalten wurde. Seit diesem Ereignis wurde bis ins heutige 21. Jahrhundert ein jedes Jahr das Faseltsrad gemacht.


Wessen Interesse ich mit diesen einleitenden Worten geweckt habe und wer das Faseltsrad noch nicht gesehen hat, der kann sich auch in diesem Jahr wieder traditionell am Faschingsdienstag nach dem Zuabendläuten in Neuhütten auf der Höh einfinden und mit einem alten Reisigbesen (selbst mitbringen) das Faseltsrad ins Tal begleiten. Dort wartet eine Menge von Menschen, die sich aus dem Dorf versammelt hat und am brennenden Feuer singt. Alleine dieses Erlebnis ist ein Besuch des Ferienortes Neuhütten wert. Ein Eindruck der für jeden, gerade wenn er aus der Stadt kommt, unvergessen bleibt. Denn selbst für uns, das langjährige Team des Faseltsrades ist es jedes Jahr wieder ein Erlebnis. Nehmen Sie sich nun noch einen Augenblick Zeit und sehen sich unsere Bildergalerie an.

Autor: Jochen Merz



Verwaltungsgemeinschaft Partenstein
Hauptstraße 24 | 97846 Partenstein | Tel.: 0 93 55 / 97 21-0 | info@vg-partenstein.de
  OK  
Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung